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Bevor du den ersten Bissen nimmst


Bevor du den ersten Bissen nimmst, lies diesen Flyer und erinnere dich daran — du hast heute die Wahl.

Bevor du den ersten Bissen nimmst, lies diesen Flyer und erinnere dich daran – du hast heute die Wahl. Du musst nicht von deinem verpflichteten Essplan abweichen. Hab´ keine Angst davor, Heißhunger auf Lebensmittel zu haben, die du bislang gegessen hast oder vor Gefühlen wie Wut, Erschöpfung oder Verwirrung. Als wir gerade aufgehört hatten, süchtig zu essen, hatten wir alle solche Gefühle. Sie gehen vorbei. Lies diesen Flyer. Er wird dir helfen etwas zu unternehmen und dich zu erinnern. Du kannst für diesen einen Tag abstinent sein egal, was kommt. Unternimm etwas.

Sprich das Gelassenheitsgebet.

Wenn du besorgt oder aufgewühlt bist, fahr herunter, bewahre Ruhe und bete. Bitte deine Höhere Macht um Hilfe, Dinge anzunehmen, die du nicht ändern kannst, um Mut, Dinge zu ändern, die du ändern kannst, und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Sprich das Gebet, bis die aufgewühlten Gefühle nachlassen und Gelassenheit wieder einkehrt.

Bedenke, dass Gefühle keine Fakten sind.

Ganz gleich, wie du dich auch fühlen magst, du musst nicht essen. Der Heißhunger, den du jetzt hast, wird vergehen und schon bald wirst du froh sein, dass du nicht gegessen hast. Erinnere dich daran, wie dankbar du heute Morgen warst, abstinent aufgewacht zu sein. Diese Gefühle von Unwohlsein sind vergänglich.

Denke es zu Ende.

Anstatt dir zu erlauben, über die angeblichen Genüsse des Essens zu fantasieren, halte inne und denke nach. Wohin hat das Essen dich in der Vergangenheit jedes Mal geführt, wenn du danach gegriffen hast? Erinnere dich: der Morgen danach – das Völlegefühl, die Erschöpfung, die Übelkeit, die Schmerzen; lügen und stehlen, um an Essen zu kommen und sich dann alle Mühe geben, um allein zu sein und es zu essen; der Schmerz, wenn du versuchst, dich in deine Kleidung zu zwängen; aufwachen mit den furchtbaren Gefühlen von Scham und Hoffnungslosigkeit.

Übe dich in einer Haltung der Dankbarkeit für deine Abstinenz.

Denke immer wieder an die Vorteile der Abstinenz und an das, was sie dir gibt: Freiheit von Scham und Schuldgefühlen in Bezug auf dein Essen; Struktur für jeden Tag und jede Mahlzeit; die Freiheit, niemals wieder eine Diät machen zu müssen; Hoffnung auf das neue Leben, das jetzt für dich möglich ist.

Lass dich vom Programm tragen.

Stütze dich auf die Gruppe und die FAGemeinschaft. Erinnere dich daran, dass du nicht allein bist. Tausende von anderen Menschen sind genau wie du, und sie essen nicht. Wenn sie frei vom Essen sein können, kannst du es auch. Suche dir so bald wie möglich ein Meeting, an dem du teilnehmen kannst. Hole dir Hilfe.

Mach einen Anruf.

Rufe ein FA-Mitglied an und bitte um Hilfe, oder höre auf, dich auf dich selbst zu konzentrieren und frage, wie es der anderen Person geht. Wir empfehlen, dass du dir angewöhnst, jeden Tag mehrere FA-Anrufe zu machen. Wenn du die Anderen kennenlernst und sie dich kennenlernen, wird es dir leichter fallen, zum Telefon zu greifen, wenn es nötig ist.

Denke daran, dass du dies „nur für heute“ oder „nur für diesen Moment“ tust.

Sage dir, dass du morgen essen kannst, wenn du willst, aber nicht heute. Denke daran, dass wir einen Tag nach dem anderen leben, nur vierundzwanzig Stunden pro Tag. Du kannst es heute tun.

Erinnere dich daran, dass die Macht hinter dir immer größer ist als das Problem vor dir.

Übe dich in Glauben und Vertrauen. Erinnere dich daran, dass du, wenn du den gestrigen Tag ohne Essen überstanden hast, sicherlich auch diesen Moment und diesen Tag überstehen kannst. Du isst jetzt gerade nicht. Du hast bereits ein Wunder erlebt. Steh dir nicht selbst im Weg, lass los, vertraue dem FA-Programm.

Denke daran, dass du nicht allein bist und dass „wir Dienst tun, indem wir abstinent bleiben“.

Du bist jetzt Teil einer Gemeinschaft von Menschen, die so sind wie du. Indem du abstinent bleibst, kannst du Hilfe bekommen und auch Hilfe geben!

H.A.L.T.

Bist du zu hungrig, wütend, einsam oder müde (Hungry, Angry, Lonely, Tired)? Gehe behutsam mit dir um. Achte darauf, jede deiner Mahlzeiten pünktlich zu essen - nicht zu früh und nicht zu spät. Wenn du dich müde oder krank fühlst, lege eine zusätzliche Pause ein, mache ein Nickerchen oder gehe früh ins Bett. Rufe jemanden an oder schreibe auf, was dich bedrückt.

Unternimm etwas.

Anonyme Esssüchtige in Genesung ist ein Programm der Tat. Verlasse die Küche, nimm ein Bad oder gehe spazieren, mache eine Liste mit all den Dingen, für die du dankbar bist, lies ein Buch. Gib dem FAProgramm eine Chance, zu wirken. Die Besessenheit wird bleiben, wenn du dir erlaubst, dich auf das Essen zu konzentrieren. Wenn du dein ein Prozent tust, kann das Programm den Rest erledigen.

Egal was passiert, fang nicht an zu essen.

Es gibt immer Hilfe und es gibt immer Hoffnung. Streck die Hand aus! Du bist nicht mehr allein.

Die Zwölf Schritte

1. Wir gaben zu, dass wir dem Essen gegenüber machtlos waren und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
2. Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.
3. Wir fassten den Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes – wie wir ihn verstanden – anzuvertrauen.
4. Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserem Inneren.
5. Wir gaben Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.
6. Wir waren völlig bereit, all diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
7. Demütig baten wir ihn, unsere Mängel von uns zu nehmen.
8. Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten und wurden willig, ihn bei allen wieder gutzumachen.
9. Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut, wo immer es möglich war, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
10. Wir setzten die Inventur bei uns fort und wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
11. Wir suchten durch Gebet und Besinnung unsere bewusste Verbindung zu Gott – wie wir ihn verstanden – zu vertiefen. Wir baten ihn nur, uns seinen Willen erkennen zu lassen und uns die Kraft zugeben, ihn auszuführen.
12. Nachdem wir durch diese Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an Esssüchtige weiterzugeben und diese Grundsätze in allen Lebensbereichen anzuwenden.

Die Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen werden mit Genehmigung von Alcoholics Anonymous World Service, Inc. abgedruckt. Die Genehmigung zum Abdruck und zur Anpassung der Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen bedeutet nicht, dass A.A. in irgendeiner Weise mit diesem Programm verbunden ist. A.A. ist ein Programm zur Genesung von Alkoholismus – die Verwendung der Schritte und Traditionen in Verbindung mit Programmen und Aktivitäten, die sich an A.A. orientieren, aber andere Probleme behandeln, oder in einem anderen Nicht-A.A.-Kontext, impliziert nichts anderes.

Die Zwölf Traditionen

1. Unser gemeinsames Wohlergehen sollte an erster Stelle stehen; die Genesung der Einzelnen beruht auf der Einigkeit in FA.
2. Für den Sinn und Zweck unserer Gruppe gibt es nur eine höchste Autorität - einen liebenden Gott, wie er sich in dem Gewissen unserer Gruppe zu erkennen gibt. Unsere Vertrauensleute sind nur betraute Diener; sie herrschen nicht.
3. Die einzige Voraussetzung für die FA-Zugehörigkeit ist der Wunsch, mit dem süchtigen Essen aufzuhören.
4. Jede Gruppe sollte selbstständig sein, außer in Dingen, die andere Gruppen oder die Gemeinschaft der FA als Ganzes angehen.
5. Die Hauptaufgabe jeder Gruppe ist, die FA-Botschaft zu Esssüchtigen zu bringen, die noch leiden.
6. Eine FA-Gruppe sollte niemals irgendein außenstehendes Unternehmen unterstützen, finanzieren oder mit dem FA- amen decken, damit uns nicht Geld-, Besitz- und Prestigeprobleme von unserem eigentlichen Zweck ablenken.
7. Jede FA-Gruppe sollte sich selbst erhalten und von außen kommende Unterstützungen ablehnen.
8. Die Tätigkeit bei den Anonymen Esssüchtigen in Genesung sollte immer ehrenamtlich bleiben, jedoch dürfen unsere zentralen Dienststellen Angestellte beschäftigen.
9. Anonyme Esssüchtige in Genesung sollten niemals organisiert werden. Jedoch dürfen wir Dienst-Auschüsse und - omitees bilden, die denjenigen verantwortlich sind, welchen sie dienen.
10. Anonyme Esssüchtige in Genesung nimmt niemals Stellung zu Fragen außerhalb ihrer Gemeinschaft; deshalb sollte auch der FA-Name niemals in öffentliche Streitfragen verwickelt werden.
11. Unsere Beziehungen zur Öffentlichkeit stützen sich mehr auf Anziehung als auf Werbung; deshalb sollten wir gegenüber Presse, Rundfunk, Film und Fernsehen stets unsere persönliche Anonymität wahren.
12. Anonymität ist die spirituelle Grundlage aller unserer Traditionen, die uns immer daran erinnert, Prinzipien über Personen zu stellen.

Was ist FA?

Anonyme Esssüchtige in Genesung ist ein Programm, das auf den Zwölf Schritten der Anonymen Alkoholiker (A.A.) basiert. Bei den FA-Meetings gibt es keine Beiträge, Gebühren oder Gewichtskontrollen. FA ist eine Gemeinschaft von Menschen, die durch das Teilen von Erfahrungen und durch gegenseitige Unterstützung von der Krankheit der Esssucht genesen.

FA wurde 1998 formell gegründet, obwohl FA bereits in den frühen 1980er Jahren als Teil eines anderen Zwölf-Schritte- rogramms begann. Einige FA-Mitglieder sind seit dieser Zeit kontinuierlich abstinent. Die Abstinenz bei FA entspricht der „Nüchternheit“ der A.A. und ist klar definiert: In FA bedeutet Abstinenz gewogene und gemessene Mahlzeiten mit nichts zwischendrin, kein Mehl, kein Zucker und das Vermeiden von allen Lebensmitteln, die bei uns persönlich Essdruck auslösen können.

Wer schließt sich FA an?

FA-Mitglieder sind Menschen jeden Alters aus allen Teilen der Welt. Zu FA gehören Menschen, die krankhaft fettleibig oder stark untergewichtig waren, aber auch solche, die weder abnehmen noch zunehmen mussten. Unabhängig von ihrer Größe litten sie unter Heißhungerattacken, Diäten, Erbrechen und/oder einer Besessenheit von Sport.

Funktioniert das Programm wirklich?

Viele FA-Mitglieder haben andere Lösungen ausprobiert, um ihre Probleme mit dem Essen in den Griff zu bekommen, darunter jahrelange Diäten oder Sport. FA bietet eine langfristige Lösung. Abstinente Mitglieder finden Freiheit von ihrer Sucht und halten ein gesundes Gewicht. Die Zahl der Menschen, die seit Jahren ununterbrochen abstinent sind, steigt weiter an.

Vom FA Weltdienstbüro anerkannte Literatur - überarbeitet im Juli 2023

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