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Abstinent leben: Ein Leitfaden zu den FA Werkzeugen


Einleitung

Der folgende Text gibt die kollektive Weisheit und Erfahrung von FA-Mitgliedern wieder, die seit Jahrzehnten ununterbrochen abstinent sind. Er beschreibt die täglichen Angewohnheiten, die FA-Mitglieder haben, um sich von dem Verlangen, der Besessenheit und dem Zwang der Sucht zu befreien. Wir nennen diese Praktiken die “Werkzeuge der FA”. Jedes Werkzeug ist wichtig. Wenn wir sie jeden Tag anwenden, helfen sie uns, die Zwölf Schritte der Genesung zu leben - abstinent zu leben -, so dass wir eine kontinuierliche, zufriedene Abstinenz vom süchtigen Essen erreichen und beibehalten können, Tag für Tag.

Wir kommen aus den unterschiedlichsten Gründen zu unserem ersten FA-Meeting. Unabhängig von den Umständen sind viele von uns auf der Suche nach einer Diät. Wir sind vielleicht überrascht, dass wir Vorschläge erhalten, die weit über die Einzelheiten eines Ernährungsplans hinausgehen. Wir erkennen jedoch bald, dass es nicht ausreicht, unsere Ernährung zu ändern. Wir hören Geschichten von Sucht, von Angst, Zweifeln, Unsicherheit, körperlichem Zwang und geistiger Besessenheit, die uns zum Essen getrieben haben.

Wir erkennen, dass wir süchtig nach Essen sind und eine neue Lebensweise brauchen.

Abstinenz

In der Vergangenheit war süchtiges Essen unsere häufigste Reaktion auf das Leben. Wir erreichen Abstinenz vom süchtigen Essen, indem wir unser Essen wiegen, messen und einem FA-Sponsor verpflichten. Wir haben festgestellt, dass wir vollständig auf Mehl und Zucker verzichten müssen.

1. Ein täglicher Essplan. Ganz gleich, wie gut wir uns selbst einschätzen oder wie stark unsere Willenskraft ist, wir stellen fest, dass wir ohne Hilfe nicht die Kraft aufbringen können, mit dem süchtigen Essen aufzuhören. Unter Anleitung unseres Sponsors schreiben wir einen Essplan auf und halten uns jeden Tag daran, damit wir wissen, was, wann und wie viel wir essen werden. Wenn wir schwierige medizinische Probleme haben, erklären wir unseren Ärzten, dass wir uns in Genesung der Sucht befinden, und besprechen mit ihnen unseren Essplan.

2. Abwiegen und Abmessen. Wenn wir unser Essen abwiegen und abmessen, setzen wir ihm Grenzen. Schriftliche Esspläne, digitale Waagen und Messlöffel nehmen uns das Rätselraten bei der Auswahl unserer Essensmengen ab. Wir empfinden es bald als Erleichterung genau das zu essen, wozu wir uns verpflichtet haben – kein Ablecken, kein Abschmecken, nicht mehr und nicht weniger. Und paradoxerweise sind wir zufrieden.

3. Im Voraus planen. Wenn wir jeden Tag planen, um unsere Abstinenz zu unterstützen, werden wir erfolgreich sein. Zu den Vorschlägen für eine solide Abstinenz gehören regelmäßige Mahlzeiten ohne zu lange Zeiten dazwischen, das Einpacken von Mahlzeiten zum Mitnehmen, wenn wir nicht zu Hause essen können, und das Erstellen von Einkaufslisten, damit wir möglichst wenig Lebensmittel pro Woche einkaufen müssen.

4. Einfaches Essen. Bevor wir zu FA kamen, waren wir vielleicht Gourmetköche oder haben stundenlang Kochsendungen im Fernsehen angeschaut, aber die meisten von uns finden jetzt, dass wir umso freier leben können, je einfacher wir unser Essen halten.

5. Grenzen. Als Süchtige, die zu Naschereien oder Gelagen neigen, brauchen wir einen klaren Beginn und ein klares Ende unserer Mahlzeiten. Eine kleine Hausarbeit oder ein kurzes Gespräch kann schnell mal eine halbe Stunde dauern, daher essen wir ohne Unterbrechung. Wir setzen uns hin anstatt beim Essen zu laufen, an einem Tresen zu stehen oder Auto zu fahren. Viele von uns haben festgestellt, dass Milch - selbst wenn sie abgewogen oder abgemessen wurde - uns dazu verleitet hat, endlos viele Tassen Kaffee oder Tee zu trinken, also trinken wir Milch als Milch und halten unsere Heißgetränke schlicht. Ein Moment der Ruhe vor und nach den Mahlzeiten hilft uns, klare Grenzen für unser Essen zu setzen.

6. Restaurants. Wir gehen gelegentlich gerne auswärts essen, aber wir nehmen keine Waage oder Messlöffel mit. Wenn es möglich ist, sehen wir uns die Speisekarte vorher an. Sobald wir Platz genommen haben, bitten wir unsere Höhere Macht, uns zu helfen, abstinentes, einfaches Essen zu bestellen und alles zu entfernen, was über unsere übliche Portion hinausgeht.

Wir können auch um die nötigen Anpassungen bitten. Wir sagen dem Kellner: "Bitte lassen Sie die Croutons von meinem Salat weg und servieren Sie das Dressing separat." Wir denken daran, dass weniger mehr ist und dass wir immer eine weitere Mahlzeit vor uns haben, deshalb nehmen wir kein zusätzliches Essen mit in ein Restaurant, und wenn wir es verlassen haben, ist die Mahlzeit vorbei.

7. Körpergröße und Gewicht. Das FA-Programm und unser täglicher Essplan gewähren uns für immer Freiheit von der Notwendigkeit einer Diät und von der Sorge um unser Gewicht. Und wie? Wir bleiben abstinent, üben uns in Dankbarkeit für unsere Gesundheit und vertrauen auf die Führung unseres Sponsors in Bezug auf unser Gewicht. Indem wir uns nur in den empfohlenen Abständen auf die Waage stellen, nehmen wir den Fokus von den Zahlen und lernen, unseren eigenen Körper zu akzeptieren.

Sponsor

Wir bitten einen FA-Sponsor, uns auf allen Ebenen durch das Genesungsprogramm zu führen: körperlich, geistig und seelisch. Unser Programm ist ein Programm der Anziehung. Finde einen Sponsor, der das hat, was du willst, und frage, wie der Sponsor es erreicht hat.

1. Anleitung und Unterstützung. Niemand kann dieses Programm allein durchführen. Um abstinent zu bleiben, brauchen wir die konkrete Anleitung und beständige Unterstützung eines Sponsors, dessen Genesung wir vertrauen. Der Sponsor hilft uns zunächst, indem er uns erklärt, welche Lebensmittel abstinent sind und welche wir meiden sollten. Er leitet uns zu rigoroser Ehrlichkeit an, indem er uns zuhört, wie wir jeden Tag unser Essen bewältigen. Wenn wir zum ersten Mal zu FA kommen, sprechen wir normalerweise täglich fünfzehn Minuten mit unserem Sponsor. Viele von uns setzen diese Praxis für einige Zeit fort, bis wir - wenn wir in unserer Genesung wachsen - bereit sind, weniger häufig Kontakt aufzunehmen.

2. Das Geschenk annehmen. Eine Sponsorschaft zu übernehmen ist ein Privileg, eine Gelegenheit zum Lernen und eine Übung in Demut. Um abstinent zu bleiben, bitten wir um Vorschläge und Hilfe. Wir profitieren am meisten, wenn wir konsequent und pünktlich anrufen und Multitasking vermeiden.

Unabhängig von unseren unmittelbaren Reaktionen versuchen wir, offen zu bleiben, anstatt zu behaupten, dass wir es am besten wissen. Schließlich hat uns unser bestes Denken in die Esssucht getrieben.

3. Persönliche Ehrlichkeit. In FA suchen wir nach einer Lebensweise, die sich nicht auf Essen oder Gewicht konzentriert und die es uns ermöglicht, unsere Probleme ohne Esssucht zu bewältigen. Um abstinent zu bleiben, sprechen wir mit unseren Sponsoren über alles, was uns bewegt. "Nur wenn wir über uns selbst sprechen und nichts verschweigen, nur wenn wir bereit sind, Ratschläge anzunehmen und Anweisungen zu akzeptieren, können wir den Weg zu solidem Denken, Ehrlichkeit und echter Demut beschreiten." (Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen. New York, NY: Alcoholics Anonymous World Services, 1996, 59.)

Meetings

Wir besuchen Meetings in Person und teilen unsere Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander. Wir haben herausgefunden, dass wir das, was uns das Programm gegeben hat, nur dann für uns erhalten können, wenn wir es an Neue weitergeben.

1. Verpflichtete Meetings. Wenn Abstinenz unsere Priorität ist, werden auch die Meetings, die uns helfen, unsere Abstinenz zu erhalten, zu einer Priorität. Wir wählen bestimmte Meetings aus, verpflichten uns zu ihnen und planen alles andere um sie herum. Je mehr wir uns engagieren, desto stärker ist unsere Genesung; wenn nötig, fahren viele von uns bereitwillig eine Stunde oder mehr zu ihren Meetings. Offene AA-Meetings sind eine gute Alternative, wenn es in unserer Gegend keine FA-Meetings gibt.

2. Meetings als Medizin. Süchtiges Essen war einst unsere häufigste Reaktion auf das Leben. Jetzt besuchen wir FAMeetings. In den Meetings konzentrieren wir uns auf Abstinenz, Dankbarkeit, Dienst und Hoffnung.

Wir erinnern uns daran, wohin uns unsere Esssucht geführt hat. Wir versuchen, ein FA-Meeting in einer anderen Gegend zu besuchen, wenn wir auf Reisen sind, und so genießen wir unsere Reise wahrscheinlich noch mehr.

3. Beendigung der Isolation. Als Esssüchtige haben wir eine starke Tendenz, uns zu isolieren. Persönliche Treffen geben uns die Möglichkeit, andere Menschen kennen zu lernen. Um uns als Teil eines Meetings zu fühlen, müssen wir Teil des Meetings sein, also planen wir, früh zu kommen und uns zu melden, um etwas zu lesen oder zu erzählen. Wir bemühen uns, vor und nach dem Meeting sowie in den Pausen mit anderen zu sprechen, insbesondere mit Neuankömmlingen oder Menschen, die allein sind.

4. Erfahrungen austauschen. Die Sucht- und Genesungsgeschichte eines jeden Menschen ist einzigartig. Wir tun in unseren Meetings einen Dienst, wenn wir unsere eigene Geschichte erzählen. Was hat das Essen mit uns gemacht? Wie haben wir den Tiefpunkt erreicht? Was hilft uns heute, abstinent zu bleiben? Wenn wir ehrlich sind und versuchen, hilfreich zu sein, reicht es aus, was wir sagen und wie wir sprechen. Wenn wir uns vor Augen halten, dass wir keine Leistung erbringen oder Ratschläge erteilen, sprechen wir von Herzen und ohne Notizen. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zählen mehr als Cleverness und Charisma.

5. Präsent sein. Wir haben das Glück, dass es persönliche Meetings, sowie solche per Video und Telefon gibt. Wenn wir ohne Ablenkungen daran teilnehmen, können wir voll und ganz präsent sein und eine Auszeit von äußeren Sorgen genießen.

6. Kraft aus der Gemeinschaft. "Allein die Tatsache, dass du mit Menschen zusammen bist, die einen Ausweg gefunden haben, gibt dir ein Gefühl der Sicherheit. Du hörst dir die Sprecher an, du sprichst mit anderen Mitgliedern, und du nimmst die Atmosphäre voller Hoffnung und Vertrauen in dich auf, die du dort vorfindest."(Vierundzwanzig Stunden am Tag, (23. März).)

Telefon

Esssucht ist eine Krankheit der Selbstzentriertheit und der Isolation. Daher nutzen wir das Telefon täglich, um mit anderen FA Mitgliedern in Verbindung zu bleiben. Wir beginnen mit einem verpflichteten Anruf zu unserem Sponsor. Über den Tag verteilt, rufen wir andere Mitglieder an, teilen unsere Hoffnung miteinander und wenn wir Hilfe brauchen, bitten wir darum. Vor allem aber nehmen wir Kontakt auf, wenn wir versucht sind, den ersten süchtigen Bissen zu nehmen.

1. Das Telefon, nicht das Essen. Was sollen wir tun, wenn wir von Heißhunger gepackt werden oder die Depression verspüren, die uns früher zum Essen getrieben hat? FA-Mitglieder können immer helfen, und sie sind nur einen Anruf entfernt.

2. Ein Netzwerk schaffen. Wenn wir das Telefon regelmäßig benutzen, verlieren wir das Gefühl der Einsamkeit und schaffen ein Netzwerk von Menschen, die wir gerne anrufen. Das Telefon ist eine wichtige Hilfe, wenn wir aufgeregt oder verwirrt sind, aber wenn wir niemanden kennen, werden wir es nicht benutzen, wenn wir es brauchen. Die meisten von uns machen es sich zum Ziel, täglich mehrere FA-Mitglieder zu erreichen. Wenn wir nicht wissen, was wir sagen sollen, können wir die andere Person fragen, wie es ihr geht oder sie nach ihrer Geschichte in Bezug auf die Esssucht fragen.

3. Lernen zu vertrauen. Wenn wir neu in FA sind, fühlt es sich unangenehm an, ein Mitglied anzurufen, das wir nicht kennen. Zuerst machen wir uns vielleicht Sorgen, dass wir jemanden belästigen, aber normalerweise sind sind Mitglieder füreinander da. Jeder Anruf macht den nächsten einfacher, und wir beginnen bald, den Wert dieses Werkzeugs zu verstehen.

4. Praktische Ratschläge. Wir nutzen das Telefon für jede Art von Frage oder Anliegen. Wir haben Menschen gefragt, wie sie Anrufe in den Tag einbauen, sich Zeit für Ruhe nehmen oder ihr Essen zubereiten. Wir haben uns Hilfe geholt, als uns Heißhunger überkam; wir nicht wussten, wie wir ein Dinner mit Freunden organisieren sollten; mit der Gastgeberin einer formellen Dinnerparty über unsere Bedürfnisse sprechen mussten; oder mit der Planung unserer Mahlzeiten auf einem Langstreckenflug konfrontiert waren. Um in FA hilfreiche Vorschläge zu erhalten, müssen wir nur fragen.

Anonymität

Anonymität ist die spirituelle Grundlage unseres Programms. Wir scheuen uns nicht, unsere Sucht zuzugeben, aber in der Öffentlichkeit schützen wir unsere Anonymität, indem wir niemals unseren vollen Namen nennen und unsere Gesichter nicht abbilden lassen. Demut ist für unsere Genesung unerlässlich. Ein einzelnes Mitglied sollte niemals FA als Ganzes repräsentieren. Innerhalb des Programms nehmen wir zu Anderen Kontakt auf, um zu helfen, aber wir klatschen nicht übereinander und enthüllen niemals die FA Zugehörigkeit anderer Mitglieder. Es ist jedem selbst überlassen, seine persönliche Geschichte zu erzählen.

1. Schutz des Programms. Wenn wir uns öffentlich als FAMitglieder zu erkennen geben und einen Rückfall erleiden, könnte die Öffentlichkeit annehmen, dass das Programm uns im Stich gelassen hat, ohne zu verstehen, dass wir es nicht geschafft haben, das Programm zu praktizieren. Um FA als Ganzes zu schützen, veröffentlichen wir unsere vollständigen Namen oder Gesichter nicht in der Presse, den sozialen Medien, im Radio oder im Fernsehen. Wenn wir jedoch bescheiden und individuell mit Familien, Freunden, Ärzten, Geistlichen und Arbeitgebern über unsere eigene Mitgliedschaft in FA sprechen, ist das kein Bruch der Anonymität.

2. Anonymität und Vertraulichkeit. Wir versuchen, die Grundsätze der Anonymität und der Vertraulichkeit nicht zu verwechseln. Beide sind wichtig und entscheidend für unsere Genesung. Um die Vertraulichkeit zu wahren, geben wir die Details unserer Telefonate nicht an andere FA-Mitglieder weiter und erzählen auch keine Geschichte, die wir bei einem Meeting hören. Wir respektieren die Privatsphäre anderer FA-Mitglieder. Um die Anonymität zu wahren, sind wir darauf bedacht, niemandem die Mitgliedschaft in FA zu verraten. Gelegentlich fragt uns jemand außerhalb unserer Gemeinschaft, woher wir ein anderes FA-Mitglied kennen, und wir könnten antworten: "Wir haben uns durch gemeinsame Freunde kennen gelernt." Anonymität sollte jedoch kein Thema sein, wenn wir ein FA-Mitglied an ein anderes verweisen. Wir ermutigen die Mitglieder, anderen, die Probleme haben, die Hand zu reichen, ohne zu sagen, warum.

3. Demut in Aktion. "Lasst uns immer daran denken, dass Anonymität - das Anerkennen der eigenen Genesung oder der Genesung anderer - gelebte Demut ist." Jedes Mal, wenn wir in der Öffentlichkeit demütig als Einzelperson und nicht als Vertreter von FA sprechen, machen wir uns die Anonymität zu eigen. Jedes Mal, wenn wir einem anderen Esssüchtigen helfen, aber keine Lorbeeren ernten wollen, erkennen wir an, dass wir von einer Macht abhängig sind, die größer ist als wir selbst.

4. Prinzipien vor Persönlichkeiten. Jedes FA-Mitglied, unabhängig von der Dauer der Abstinenz oder den bekleideten Ämtern, muss einer unter vielen bleiben, um die Genesung zu erhalten. In FA gibt es keine Experten, Gurus, Gründer oder Stars.

5. Gegenseitiges Kommentieren. Wir üben uns in Anonymität, wenn wir uns in den Meetings austauschen, indem wir uns auf unsere eigenen Erfahrungen konzentrieren, anstatt zu kommentieren oder gar zu loben, was andere gesagt haben. Die Anonymität aller bleibt gewahrt, und das Meeting behält seinen notwendigen Fokus auf die Neulinge bei, wenn wir unsere persönlichen Geschichten erzählen und unsere Worte auf unsere eigenen Erfahrungen beschränken, indem wir "ich"-Aussagen verwenden.

Literatur

Wir lesen von der FA-Konferenz anerkannte Literatur, um unser Programm zu verstärken und zu festigen. Wenn wir die Literatur täglich lesen, können wir grundlegende Wahrheiten erkennen, die wesentlich für unsere Genesung sind. Literatur ist ein stets verfügbares Werkzeug, das uns Einsicht in unser Problem gibt, die Kraft, damit umzugehen und die Hoffnung, dass es eine Lösung für uns gibt.

1. Genesungsliteratur. Wir lesen Vierundzwanzig Stunden am Tag oder Heute. Gedanken zum Tag wenn wir aufwachen, und ein oder zwei Seiten im Blauen Buch der Anonymen Alkoholiker, bevor wir schlafen gehen. Diese Praxis hilft uns, jeden Tag mit Hoffnung zu beginnen und jeden Tag mit Vertrauen und Dankbarkeit zu beenden. Zuerst finden wir es seltsam, über Alkohol zu lesen, aber wir lernen bald, dass Esssüchtige und Alkoholiker an der gleichen Krankheit leiden, der Sucht. Obwohl wir vielleicht andere Meditationsbücher kennen, konzentrieren sich die meisten von uns auf Vierundzwanzig Stunden am Tag oder Heute. Gedanken zum Tag damit wir uns an etwas von dem Gelesenen erinnern und es im Laufe des Tages anwenden können.

2. Das FA-Buch. Viele FA-Mitglieder machen es sich zur Gewohnheit, täglich im Grauen Buch von Food Addicts in Recovery Anonymous zu lesen. Es hilft uns, unsere Krankheit und Genesung besser zu verstehen.

3. Stets verfügbare Hilfe. Die FA-Broschüren, die Nur für heute – Karte, Audio-Aufnahmen von FA-Qualifikationen und das Connection Magazin lassen sich leicht mitnehmen oder herunterladen. Viele Mitglieder nehmen Literatur zur Hand oder hören sich eine Aufnahme an, wenn sie einen Moment Zeit haben, Unsicherheit oder Stress erleben. Diese Ressourcen stehen uns zur Verfügung, wenn wir nicht zu einem Meeting kommen oder jemanden anrufen können.

Schreiben

Schreiben ist ein unerlässliches Werkzeug, um unsere Abstinenz zu erhalten und die Schritte zu arbeiten. Jeden Tag schreiben wir unseren Essplan auf, bevor wir ihn unserem Sponsor verpflichten. Wenn wir aufgewühlt sind, hilft uns das Schreiben Situationen klarer zu sehen und einfacher zu erkennen, was zu tun ist.

1. Täglicher Essplan. Jeden Tag nehmen wir uns ein paar Minuten Zeit, um unseren Essplan für den nächsten Tag aufzuschreiben und zu überprüfen, ob wir die Lebensmittel, die wir auswählen, zur Hand haben. Indem wir diesen Plan zu Papier bringen, verpflichten wir uns, die Grenzen unserer Abstinenz zu akzeptieren und bekommen ein Gefühl der Ruhe.

2. Klarheit. Wenn wir verwirrt oder aufgebracht sind, stellen viele von uns fest, dass das Schreiben eines Briefes an unsere Höhere Macht uns ein besseres Verständnis für schwierige Situationen oder Gefühle vermittelt. Wir nehmen uns einen Moment der Ruhe, bitten unsere Höhere Macht um Klarheit und beginnen, frei zu schreiben.

Oft sind wir von den Ergebnissen überrascht. Stift und Papier können hilfreicher sein als die Tastatur.

3. Connection Magazin. Wenn wir neunzig Tage Abstinenz erreicht haben, können wir Geschichten für Connection, das FA-Magazin, schreiben.

Stille Zeit

Um unsere Abstinenz zu erhalten, müssen wir lernen, auf eine Macht zu vertrauen, die größer ist als wir selbst. Jeden Tag nehmen wir uns eine volle halbe Stunde, um still zu sitzen und uns zu entspannen. In dieser Zeit mit unserer Höheren Macht hören wir zu, suchen die Perspektive, Gelassenheit und Kraft, die uns helfen wird, abstinent zu bleiben und angemessen auf die Schwierigkeiten und Freuden des Tages zu reagieren.

1. Es einfach halten. In der Stillen Zeit, der Bezeichnung bei FA für Meditation, entspannen wir Körper und Geist. Manche Mitglieder finden es hilfreich, sich auf ihre Atmung zu konzentrieren, ein Wort oder ein kurzes Gebet im Stillen zu wiederholen oder über einen Satz aus der Lektüre Vierundzwanzig Stunden am Tag oder Heute. Gedanken zum Tag nachzudenken.

2. Tägliche Disziplin. Wir versuchen, jeden Tag zur gleichen Zeit, meist morgens, eine Stille Zeit einzulegen. Mit der Zeit fällt uns diese Disziplin leichter und wir freuen uns auf die beruhigende und zentrierende Erfahrung. Wir nehmen uns eine volle halbe Stunde Zeit, denn es kann fast so lange dauern, bis Körper und Verstand zur Ruhe kommen. Bei Bedarf können wir später am Tag eine zusätzliche Stille Zeit in Anspruch nehmen.

3. Ablenkungen. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass wir alle Ablenkungen vermeiden müssen, um den vollen Nutzen aus der Stillen Zeit zu ziehen - um eine spirituelle Verbindung mit unserer Höheren Macht herzustellen. Wir suchen uns einen Ort aus, an dem wir sitzen können, ohne dass uns etwas stört. Wir schalten unsere Telefone aus. Wir schließen unsere Augen. Wir entspannen uns und versuchen, Planung, Aufgabenlisten und Sorgen völlig loszulassen.

4. Geduld praktizieren. Niemand von uns erreicht jeden Tag die perfekte Ruhe. Unsere Sponsoren sowie erfahrenere FA-Mitglieder ermutigen uns, an Tagen, an denen unser Geist beschäftigt oder unser Körper unruhig ist, nicht aufzugeben oder uns zu kritisieren.

5. Gelassenheit suchen. Das Vierundzwanzig Stunden am Tag Buch erinnert uns daran: "Nur wenn du ruhig und gelassen bist, kannst du von Nutzen sein. Seelische Aufregungen machen dich unbrauchbar.“ (Vierundzwanzig Stunden am Tag, (17. März).) Stille Zeit hilft uns, den Herausforderungen des Lebens gelassen zu begegnen.

6. Höhere Macht. In der täglichen stillen Zeit bauen wir allmählich eine Beziehung zu Gott, so wie wir ihn verstehen, auf. "Du versuchst dich im stillen Kämmerlein an einem Gebet und du fühlst dich gestärkt – ganz so – als wäre dein Gebet erhört worden. So kommst du nach und nach zu dem Glauben, dass in der Welt da draussen – ausserhalb deines Ichs – eine Macht existieren muss, die stärker ist als du, und an die du dich um Hilfe wenden kannst." (Vierundzwanzig Stunden am Tag (25. März).)

Dankbarkeit

Esssucht ist eine Krankheit der Negativität. Unsere zufriedene Abstinenz hängt davon ab, ob wir gewillt sind, negative Gedanken und Gefühle durch dankbare zu ersetzen. In der Vergangenheit hielten wir Dankbarkeit für ein Gefühl, aber in FA üben wir sie als Handlung aus.

1. Sich für Dankbarkeit entscheiden. Wir stellen fest, dass Handlungen der Dankbarkeit zu Gefühlen der Dankbarkeit führen. In Genesung haben wir eine Wahl. Wir vergessen nie, wie dankbar wir für die Freiheit vom süchtigen Essen sind, und wir entdecken bald, dass es in allem, was jeden Tag geschieht, etwas gibt, wofür wir dankbar sein können. Wenn das Leben schwer erscheint, können wir unsere Einstellung ändern, indem wir selbst in den schwierigsten Herausforderungen das Positive suchen. Das Schreiben einer Dankbarkeitsliste ist immer hilfreich.

2. Morgens und abends. Wir beginnen jeden Morgen und beenden jeden Abend, indem wir unserer Höheren Macht für unsere Abstinenz danken. Egal, was sonst noch passiert sein mag, Abstinenz ist ein Geschenk, und ein abstinenter Tag ist ein großartiger Tag.

3. Dankbarkeit braucht Zeit und Übung. Manche von uns sehen das Glas routinemäßig als halb leer und nicht als halb voll an. Wir können keine sofortige Veränderung erwarten, aber wenn wir abstinent bleiben wollen, müssen wir uns bemühen, uns zu ändern. Das Vierundzwanzig Stunden am Tag Buch erinnert uns: „Gott Dank zu sagen ist eine Pflicht, die absolut notwendig ist. Empfindet man an einem Tag keine Dankbarkeit, so muss man das Danksagen so lange wiederholen, bis das Dank-Gefühl sich einstellt.“(Vierundzwanzig Stunden am Tag. (22. Januar).). Versuche, einen Tag lang negative Gedanken durch positive zu ersetzen und sieh, was passiert. Positives Handeln verändert alles (Positive Action Changes Everything, PACE.)

Dienst

Wir tun Dienst, indem wir abstinent bleiben, da es uns die Freiheit vom süchtigen Essen und der Besessenheit mit Nahrung gibt und uns dazu befähigt, für andere da zu sein. Jeder noch so kleine Dienst, der anderen Süchtigen hilft, trägt zur Qualität unserer eigenen Genesung bei. Als Ergebnis der Arbeit in den Zwölf Schritten wird uns versprochen, „in geistiger Gesundheit zu leben und Freude dabei zu empfinden, für andere da zu sein.“ Dienst lässt dieses Versprechen Wirklichkeit werden.

1. Dienen beginnt mit Abstinenz. Bevor wir jemand anderem helfen können, müssen wir uns um uns selbst kümmern. Die Abstinenz ist unsere grundlegendste Form des Dienens. Einen Tag nach dem anderen gibt uns die Abstinenz die geistige Stärke, Stabilität und Klarheit, die wir brauchen, um anderen Esssüchtigen zu helfen und für unsere Familien, Freunde und die Gemeinschaft da zu sein.

2. Sponsorschaft. Wenn wir sechs Monate abstinent sind, können wir zurückgeben, was uns gegeben wurde. Aus Dankbarkeit für unseren eigenen Sponsor nehmen wir uns Zeit für die Anrufe von Sponsees. Wir haben das Privileg, sie in ihrer Genesung zu begleiten, so wie wir selbst begleitet wurden. Unsere Sponsoren helfen uns zu lernen, wie wir das FA-Programm weitergeben können.

3. Service bei den Meetings. Wir bieten einen wichtigen FA-Dienst, indem wir alles tun, um alle zu unseren Meetings willkommen zu heißen, insbesondere Neulinge und Rückkehrer. In den Pausen ermutigen wir sie, Fragen zu stellen und teilen unsere eigenen Erfahrungen mit der Genesung. Wir sorgen dafür, dass jeder Zugang zu verfügbaren Sponsoren sowie zur Telefonliste des Meetings hat.

4. Jeder kann geben. Jeder Dienst, der einen Leidensgenossen erreicht, trägt zur Qualität unserer eigenen Genesung bei. Wir tun, was wir können, wenn wir können. Indem wir an Meetings teilnehmen, Arbeitsmeetings besuchen und FA auf lokaler, regionaler und Weltdienst- Ebene unterstützen, können wir zurückgeben, was uns so großzügig gegeben wurde. Und Dienst macht Spaß!

5. Dienst hält uns abstinent. "Aber selbst der Glaube allein tut es nicht. Es gehört auch noch der Dienst am Nächsten dazu. Wir müssen weitergeben, was wir behalten wollen. Erst dadurch, dass wir unseren Mitmenschen dienen, wird unser Leben lebenswert." (Vierundzwanzig Stunden am Tag, (16. Juni).) Um unser Überleben und das Überleben von FA zu sichern, müssen wir uns voll und ganz am Programm beteiligen. Je mehr wir geben, desto mehr erhalten wir: Wir werden stärker in unserer Abstinenz und glücklicher in unserem Leben.

Schlussfolgerung

Wir benutzen diese Werkzeuge, um die Zwölf Schritte zu leben. Um abstinent zu bleiben, geben wir unseren Willen und unser Leben in die Obhut unserer Höheren Macht. Wir üben uns in Ehrlichkeit gegenüber unserem Sponsor, und wir leisten Dienst, indem wir die Botschaft durch Telefonate und in Meetings an Andere weitergeben. Wir suchen den regelmäßigen Kontakt zu unserer Höheren Macht durch Schreiben und Stille Zeit, und wir üben uns in Anonymität. Freudige Dankbarkeit ist das Geschenk des abstinenten Lebens. "Deine innere Entwicklung setzt voraus, dass du dich täglich beharrlich bemühst, dein Leben so zu führen, wie du glaubst, dass Gott es wünscht. So wie der härteste Stein durch stete Tropfen langsam ausgehöhlt wird, so wirst du durch tägliche Beharrlichkeit all deine Schwierigkeiten überwinden und in deinem inneren Streben erfolgreich sein. Lass nie nach im täglichen, stetigen Bemühen. Schreite beherzt und unerschrocken voran. Gott steht dir bei und gibt dir Kraft, solange du nur versuchst, seinen Willen zu tun." (Vierundzwanzig Stunden am Tag. (25. März).)

 

Alle Rechte vorbehalten. Copyright 2022 Food Addicts in Recovery Anonymous, Inc. Erste Ausgabe, erster Druck.

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